Es ist keine Lüge, wenn ich behaupte, dass ich ein Schuhgeschäft nie länger als 15 Minuten besucht habe. Mir ist es wichtig, schnelle Entscheidungen zu treffen und Schuhe sollten dabei keine Ausnahme bilden. Ehrlich gesagt habe ich aber nie groß wählen müssen, da meine Frau solche Angelegenheiten regelt. Sie ist mit dem Kauf meiner Anziehsachen betraut aber wenn es um Schuhe geht, muss ich ja schließlich mit ins Geschäft, um zu sehen ob sie passen.
Früher bei der Feldarbeit habe ich gelernt, dass Schuhe möglichst praktisch und vielseitig verwendbar sein sollten. Massive Trampler sind nach meinem Geschmack das beste Paar Schuhe, was man bekommen kann. Ich bin nämlich ein frischer Christ und ein großer Wallfahrer, der viel pilgert. Schuhe sollten dabei möglichst massiv sein. Natürlich habe ich es auch schon mal in stilechten Sandalen probiert, was aber mit argen Blessuren an den Füßen endete. Die Wundmale weihte man mir in Kevelar, um eine mögliche Verderbnis auszutreiben aber in Zukunft verzichtete ich auf eine Verkleidung im Jünger-Outfit. Trampler sind die Schuhe, die einen durch Wald und Feld bis Jerusalem tragen. Mit mächtigen Schritten eilt man hinfort und hat die Möglichkeit, seinen trotzigen Feind dank der kernigen Sohle zu zerschmettern. Selbst die Zähne meines Schießhundes konnten das Material nicht zerfetzen, als er sich einmal in diese Schuhe verbissen hatte. Die Schritte der Schuhe tönen gewaltig wie die Posaune des Herren. Beruflich nutze ich diese Schuhe auch gern, wenn ich die Feldarbeiter der jeweiligen Saison zum Spargelstechen anlerne. Bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Zusammenhang mit den christlichen Pfadfindern, sind die Schuhe natürlich auch mehr als taugend.